Wende, Halse und Co.

Der "Segelalltag" oder "alles ist anders, als in der Schule!

Nachdem nun das Boot im Wasser war (diese Zeilen schreibe ich, nachdem das Boot schon wieder raus ist aus dem Wasser!), ging es darum, erst mal zu sehen, wo was wie hingehört, soll heißen, völlig blind sich mit allen möglichen Ausrüstungsgegenständen herumplagen und nie zu wissen, wohin das ein oder andere Teil hingehört.
Es ist eben ungünstig, ein Boot zu übernehmen, welches schon komplett "reisefertig" auf dem Trailer steht.
Unsere Empfehlung daher: wenn es auch länger dauert, immer versuchen, das Boot mit abzutakeln, es vereinfacht das Auftakeln ungemein!

Zu unserem Glück sind wir in einem Seglerverein, wo noch jeder jedem hilft.
Und das stimmt hier wirklich.
Als wir unser Boot von Damp nach Leipzig brachten und mitten in der Nacht im Hafengelände abgestellt haben (ich weiß immer noch nicht, wie ich es nach dieser Fahrt geschafft habe, den Trailer samt Boot rückwärts auf das Gelände zu schieben :-)), warteten sogar noch einige Seglerkollegen auf unsere Ankunft, da wir ja zwischen Ostsee und Heimat angerufen haben und unser Kommen angekündigt haben.
Nur war es schon weit nach Mitternacht und alle schliefen schon, verständlich.

Am nächsten Morgen war es dann soweit, das Schiff sollte ins Wasser.
Sonny, unser Hafenmeister und etliche Vereinskameraden haben unser Schiff schon einer genauen Untersuchung unterzogen und es wurde für gut befunden.
Na ein Glück, man kennt ja die bösen Sprüche wie "was? mit der Osmose willst Du ins Wasser?" und ähnlich Schlimmes.
Aber nein, am ersten Tag wird man wohl verschont, das kam später, aber das folgt!
Der Kran war vorbereitet, rein ins Auto und die Fuhre unter den Kran gestellt, wieder ein perfektes Rückwärtsfahrmanöver trotz fürchterlichen Schlafmangel.



Das Kranen auf den Slipwagen ging recht fix, nur, wo macht man ein Boot da fest?
Knapp 2 Tonnen auf dem bisschen Kiel, das soll halten???



Sonny war aber wie immer die Ruhe selbst und nachdem wir das Boot mit gefühlten 5 km Tauwerk am Slipwagen verzurrt hatten, ging es ins Wasser, wir beide saßen oben auf dem Boot und dachten nur: "Wenn das Ding jetzt nicht schwimmt".
Meine bessere Hälfte hat auf den paar Metern bis ins Wasser wahrscheinlich drei mal die Blutgruppe vor Aufregung gewechselt, aber, völlig unbegründet.
Das Schiff tat das, was Schiffe bestimmungsgemäß seit über 1000 Jahren machen: Es schwamm!



Jetzt raus die Paddel und das Dickschiff an den Steg bringen, aber auch das war kein Problem, an diesem Tag ging kein Wind, sonst wäre das eine aufreibende Aktion geworden.

Ich mache es jetzt kurz, alle im Verein haben mit geholfen, das Boot segelfertig zu machen, so ging das recht schnell und meine Vereins-Bierrechnung schnellte unwahrscheinlich in die Höhe, aber das tut man gerne, alleine hätten wir das nie geschafft.
Vielen Dank noch einmal an alle, die mitgeholfen haben!





So konnten wir noch circa 5 Wochen segeln und erfuhren, welche Sachen wir auf dem Schiff über den Winter erneuern oder verbessern müssen.
Im Großen und Ganzen sind es Kleinteile wie Wantenspanner, Schoten, Fallen und ähnliche Gegenstände.
Im Februar 2011 findet in Leipzig eine Bootsmesse statt, auf der man auch einkaufen kann, da ist wohl unsere Hausbank gefragt, sie müssen unseren Dispo wohl auf "fünfstellig" erhöhen :-)
Am 11.Oktober war die schöne Zeit leider vorbei und das Schiff wurde wieder aus dem Wasser geholt und steht nun gut verpackt im Trockenen.



Die Saison 2011 soll endlich kommen, aber bis dahin sind es ja "nur" noch ca. 150 Tage oder 3600 Stunden.
Bis dahin wünschen wir allen "trockengelegten" einen nicht allzu harten Winter und lasst Euch die segelfreie Zeit nicht langweilig werden.
Und ab März 2011 heißt es dann endlich wieder: immer eine Handbreit Steak auf dem Grill! (oder so ähnlich:-)

PS: wer mehr über das Schiff, den Verein oder uns wissen will, schreibt uns! Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.